Eintrag 006
Durch die Wüste in Turkmenistan zur Schönheit Usbekistans und zu den hohen Bergen in Tadschikistan. Viel gesehen in einer sehr kurzen Zeit. Auch wenn ich viele Abstriche machen musste und die schönen Städte in Usbekistan nicht so genießen konnte, wie man das eigentlich tun sollte.
Sonntag 13.08.2006

Zurückgelegte Strecke: 7680 km - Position: Dushanbe (Tadschikistan)


TURKMENISTAN

Von Hitze in der Wüste und Verdauungsproblemen:

Nun nachdem ich Dargaz im Iran verlassen hatte ging es ehest zur Grenze nach Turkmenistan. Dort angekommen hatte ich gleich mal Geld bei ein paar Privatpersonen gewechselt, da es Iraner waren war ihnen zu trauen und ich bekam


1.) Auf einer Busstation in Turkmenistan,
wo es Schatten gab, der in Turkmneistan
wegen der Wüste Mangelware ist.


3.) Tja auch hier gab es Schatten weshalb ich eine
kleine Rast bei dieser Turkmenischen Flagge
einlegte und eine Wassermelone verspeiste,
welche 20 Minuten später per Durchfall wieder
raus kam (Expressverdauung).


5.) Eine Turkmenin, welche es sich nicht nehmen
lies von mir fotografiert zu werden.


7.) Perfekte Bedingungen für eine Kamelherde.


9.) In einem Hotel in Turkmenabad ohne Komfort
und mit einer sehr unfeundlichen Rezeption.

auch einen Wechselkurs der einigermaßen ok war, da ich mich ja zur


2.) Schlafende Hirten in Turkemnistan,
die definitiv nicht wussten das sie bei der
Arbeit fotografiert werden.


4.) Diesen Oldtimer habe ich auf einer Tankstelle
gefunden, er hat bei der Ralley von Amsterdam
nach Bejing (Peking) mitgemacht.


6.) Das bin ich an einem Denkmal in
Mary (Turkmenistan).


8.) Das war eine Art Restaurant in der mitte der
Wüste von Turkmenistan wo ich eine nacht
verbrachte ehe ich nach
Turkemnabad aufbrach.

schon erkundigte wie hoch dieser ca. sein muss bzw. sollte konnte ich das auch beurteilen. Nun soll es aber in Turkmenistan so richtig los gehen, hier würde ich meine erste Wüste durchqueren müssen. Jedoch erwischte ich gleich am ersten Tag wieder mal schlechtes Wasser, an einem der hier weit verbreiteten Getränkestände neben der Straße. Und so kam es das ich wieder mal hard core Durchfall bekam, der mich für de nächsten paar Tage völlig entkräften sollte. Das war "Scheiße" im wahrsten Sinne des Wortes, auch wenn es eigentlich nicht mehr viel mit Scheiße zu tun hatte was da hinten raus kam, denn das war einfach nur eine braune Fluessigkeit von irgendwas. Durch diese extrem heiße Gegend mit einer Magenverstimmung fahren zu müssen war wahrlich kein Spass. Nichts desto trotz die Leute hier haben Großteils schon asiatische Gesichtszüge und sind durchwegs sehr freundlich, was mich etwas aufbaute. Auf dem Weg durch das Land wurde ich plötzlich von einer Oldtimer Ralley aus Amsterdam überholt, welche auf dem Weg nach Bejing (Peking) war. Ich konnte das kaum fassen und wechselte auf einer Tankstelle wo ein paar dieser Ralley Fahrer tanken mussten ein paar Worte mit ihnen. So aufgemuntert fuhr ich nun der wahren Wüste nach Mary entgegen, wo auch ein paar Sanddünen zu sehen waren, Großteils ist die Wüste aber mit grünen Büschen überseht, die der Sonne auch im Hochsommer trotzen. Immer wieder gab es auch Polizei Checkpoints, welche mich registrierten. Naja Turkmenstan ist ein kommunistischer Staat und ist wahrlich ein Polizeistaat wenn man so will. Am letzten Tag legte ich auch die erste Nachtfahrt auf meiner Reise ein, um der Hitze des Tages zu entfliehen. Doch diese Nachtschicht hat mich so durcheinander gebracht, das ich, als ich in Turkmenabad (grosse Stadt an der Grenze) nachts ein Hotel aufsuchte dachte ich hätte noch mindesten einen Tag Zeit ehe ich über die Grenze fahren müsse. Also schlief ich bis zum späten Nachmittag im wohl beschissensten und unfreundlichsten Hotel der Stadt das für diesen "Komfort" den es zu bieten hatte 12 $ verlangte ehe ich nochmal einen Blick auf den Pass warf und ich feststellen musste das ich das Land heute schon verlassen hätte müssen. Also packte ich fluchtartig alle Sachen und fuhr der Grenze entgegen, dort kam ich aber erst um 20:30 Uhr an und die Grenze war aber nur bis 19:00 geöffnet. Also hatte ich ein Problem, denn mein Visa währe eigentlich am nächsten Tag bereits abgelaufen. Doch ich hatte Glück und der zuständige Konsulat auf der Grenze hatte mit mir Nachsicht und meinte, wenn ich wirklich bis nach Singapur fahren wolle mit dem Rad, dann werde er ein Auge zudrücken und ich müsse keine neues Visa beantragen. Glück gehabt!! Herzlichen Dank an der Stelle an die Turkmenische Polizei, welche wirklich korrekt und fair arbeitet. Das nächste mal werde ich besser aufpassen und auch die Öffnungszeit der Grenze beachten.

USBEKISTAN

Unfreundliche Menschen auf dem Land oder Einbildung meiner seits?:

Nun nach dem Zwischenfall mit meiner eigenen Dummheit erreichte ich nun Usbekistan, das Land mit den wohl bekanntesten Seidenstraßen Städten, wie Buchara und Samarkand. Die erste Stadt die ich besuchte war


1.) Nach der Grenze in Turkmenistan/Usbekistan,
nur noch 846 km bis nach
Dushanbe (Hauptstadt Tadschikistan).


3.) Endlich, in Buchara gibts wieder
ausreichend Früchte!


5.) Einfach nur traumhaft.


7.) Und noch eines dieser historischen
Gebäude in Buchara.


9.) Dies ist eine Moschee, das ganze Dach und
die Säulen sind aus Holz gemacht und aus dem
17 Jahrhundert. Ein paar der Saeulen
mussten erneurt werden, aber der Grossteil
der Saeulen ist noch original.


11.) Ein hübsches Gebäude in Samarkand,
welche füher eine Universität war.


13.) Und diese Gebäude sind wahrlich
beeindruckend auch in Ihrer Grösse.


15.)  Noch ein letzter Blick durch die Gassen
von Samarkand .

Buchara, und ich war wahrlich begeistert von den historischen


2.) Ein Blick zurück nach Turkmenistan,
und deren nicht enden wollende langweilige Ebene.


4.) Schoene Verzierungen schmuecken die
historischen Gebäude.


6.) Hinter diesen grossen bunten Torboegen
verbergen sich traditionelle Haendler,
die heute auf Touristn abzielen.


8.) Ohne Kommentar, architektonische
Meister Leistungen.


10.) Ein Mausoleum in Samarkand.


12.) Da blieb mir der Atem aus, so
beeindruckend war das.


14.) Und natuerlich durfte hier das geschaeftige
Treiben in einer solchen Stadt nicht zu kurz komen.

Seidenstraßen Bauten hier. Normalerweise müsste man hier mindestens 3-4 Tage Zeit haben um die Stadt zu erkunden, doch ich hatte mir nur einen Tag gegönnt. Für mich waren die Leute in Usbekistan etwas seltsam. In größeren Städten wirst Du zwar schon gegrüßt, da es die Leute hier scheinbar wegen der vielen Touristen gewohnt sind. Aber wen Du übers Land fährst dann starren Dich die Leute nur an ohne auch nur ein Wort zu sagen oder mit der Wimper zu zucken. Als ich versuchte sie als erstes mit Ihrem Landes üblichen Gruß "Salom" zu grüßen, sagten sie ebenfalls kein Wort. Also gut, manchmal habe ich eine Antwort erhalten, aber in den meisten Fällen starren sie einen nur völlig entgeistert an. Das war ziemlich ärgerlich für mich, keine Ahnung warum mir das so auf die Nieren gegangen ist, ich bin wohl noch etwas zu sehr vom Iran verwöhnt, wo ich stets ein "Hello Mr." zugerufen bekam. Nun weiter ging es nach Samarkand, was wiederum eine wunderschön anzusehende Stadt war. Doch auch hier gönnte ich mir keinen weiteren Tag und ich fuhr noch am selben Tag als ich Samarkand besuchte nach Tajikistan weiter. Es ist keine Frage, Usbekistan ist ein eindrucksvolles Land und sicherlich touristisch viiiiel interesssanter als Turkmenistan, dennoch die Menschen auf dem Land sind ein ganz eigener Schlag. Irgendwie seltsam. Trotzdem die Seidenstraßenstädte, welche zwar ziemlich auf den "Pauschaltouristen" abgestimmt sind, sind es wert dieses Land zu besuchen, man bekommt so wahrlich einen Eindruck wie es früher als man noch keine Autos oder sonstiges "neumoderne" kannte zugegangen sein muss. Man glaubt fast jeden Moment kommt irgendwo um die Ecke eine Kamel oder Dromedar Karawane daher, gerade wie in alten Zeiten eben.

TADSCHIKISTAN 

Jetzt gehts zu den hohen Bergen!:

In Tadschikistan grüßt ein Großteil der Leute plötzlich wieder, auch wenn man sich erst einmal ca. 60 km von der Grenze wegbewegen muss, ehe der Uzbekische Einfluss nicht mehr gewichtig ist. Ein Problem hier sind aber die Straßen, die sind kaum asphaltiert und meist nur Schotter oder Staubpisten. Außerdem gab es kaum noch brauchbares Trinkwasser, denn auch das Wasser in den


1.) Endlich in Tadschikistan und im Hintergrund
kamen die Berge.


3.) Aber die Strassen waren leider in
einem sehr schlechten Zustand.

Flaschen schmeckt furchtbar scheußlich nach Chemie.


2.) Und so folgte ich wieder den Fuessen die
sich tief in die Begre gruben.


4.) Und so fuhr ich jeweils bis spät in die Nacht,
bis mich der Mond begrüsste der über den
Bergen aufstieg.

Hier hätte ich zum ersten mal gewünscht einen Wasserfilter dabei zu haben, denn als ich einmal kein Flaschenwasser trank, weil ich es einfach nicht mehr trinken wollte, nahm ich vom Wasser in einem Dorf, wo ein einiger maßen sauber aussehender Wasserbrunnen, von dem auch die Einheimischen getrunken hatten zu verlockend war. Doch von diesem Wasser bekam ich wieder Durchfall, und ich arbeitete von nun an mit Chemikalien, die ich ebenfalls mitführte, was dann ok war. Bevor ich die Hauptstadt Dushanbe erreichte hatte ich meinen ersten knapp 3400 m hohen Pass den so genannten Anzob zu bewältigen. Die Straße da hoch war eine einzige Staubpiste und so benötigte ich bis nach Dushanbe einen Tag länger als gedacht. Doch ich durfte dafür auf 2400 m schlafen was ein wahrer Genuss war, denn hier war die Nacht bereits wieder so kühl das ich wieder den Schlafsack brauchte und das war zum Schlafen einfach eine ideale Temperatur. Auch der Blick auf die Gebirgskette von diesem Lagerplatz aus war atemberaubend. Am nächsten Tag ging es dann den Pass hoch, allerdings nicht mehr fahrend sondern schiebend. Als ich oben ankam konnte ich meinen Augen kaum trauen, so herrlich war der Ausblick auf die gegenüberliegende Gebirgskette. Der Blick ins Tal ließ mich aber erschauern, denn es ging wieder mindestens so weit runter wie ich herauf gefahren bin, und das bedeutete für mich wieder schieben schieben und schieben, da ich ja nur noch die Hinterbremse hatte und ein Überhitzen der Felge vermeiden wollte. Ich war wirklich froh wieder im Tal zu sein wo das Gefälle der Straße wieder so klein wurde das ich wieder fahren konnte ohne ständig die Bremse betätigen zu müssen. Man kann sagen hier in Tajikistan beginnt das wahre Abendteuer, denn hier ist man spätestens im Pamir, den ich ja noch zu bewältigen habe auf sich allein angewiesen. Dort wird es dann auch die ersten 4000 m Pässe geben, und ich war selbst in meiner Bergsteiger Karriere bisher noch nie auf solchen Höhen unterwegs. Auch auf dem Anzob Pass habe ich bereits die Höhenluft gespürt und ich werde mich gut akklimatisieren müssen ehe ich den ersten 4000 er Pass nehmen kann. Ok, es wird auch ohne gehen, aber mit Akklimatisierung geht es halt dann viel einfacher. Hier in Dushanbe muss ich noch auf das China Visa warten, das ich am Freitag geordert habe und am Mittwoch sollte ich ein 90 Tage China Visa mein Eigen nennen dürfen. Aber bis dahin muss ich auch noch auf das Paket von zuhause abwarten, das ich mir per DHL von meinen Eltern schicken habe lassen. Nein, da sind keine Manner Waffeln oder andere Leckereien darin, das ist ein reines Ersatzteilpaket, wo ich mir auch die finale Winterausrüstung für den Tibet mitgeben hab lassen. Und es wird sogar wieder einen mp3 Player geben, der mir den richtigen Rhythmus bzw. den richtigen Beate beim Rad fahren geben soll um die Berge in Rekordzeit zu schaffen. :-)

Nun das war es auch schon wieder, ist ja nicht all zu lange her das ich mich das letzte mal mit Bericht 005 gemeldet habe. Bleibt mir nur noch Euch allen, die Ihr diese Tour mitverfolgt wieder alles Gute zu wünschen und zu hoffen euch das nächsten mal wieder dabei zu haben wenn es dann „hoffendlich“ heißt, „Heil über den Pamir in das Reich der Mitte (China)“.

Mit herzlichen Grüßen

Euer Carl Steiner

Das Leben ist nicht irgend etwas, es ist ein Wunder das uns Gott zu Teil werden ließ, also lasst es uns in Würde und Anstand leben und nicht sinnlos verschwenden!