Tag 1-4
Endlich ging es los!
Tag 1,
26°C, 75 km, 550 hm
Nachdem ich meine geplante Abreise mit 25.05.2026 doch auf Dienstag 26.05.206 verschoben hatte um mich von meinen Eltern zu verabschieden, die am Montag nicht zuhause waren ging es nun endlich los. Ich war etwas müde da ich nicht gerade gut geschlafen hatte doch ich war motiviert, endlich wieder die Freiheit des Fahrradfahrens und an nichts anderes mehr denken als die tägliche Fragen, „Wo Essen“, „Wo Schlafen“, und wie „Waschen“.
Da ich noch eine sehr liebe Freundin besuchen wollte, habe ich zunächst den Kurs Richtung Süd gesetzt nach Ried im Traunkreis, dort arbeitet Uli im hiesigen Spar und hatte noch ordentlich zu klotzen.
Ich hatte also Zeit es mir draußen vor dem Spar gemütlich zu machen und hatte dabei ein interessantes Gespräch mit zwei alten Damen, die Zeit verflog und schließlich gesellte sich Uli zu uns. Dann wurde erstmal richtig abgerechnet, im wahrsten sinne des Wortes, denn Uli schuldete mirnoch etwas Geld vom Zelt das ich Ihr verkauft hatte, selbiges das ich nun auch bei der Reise mit dabei habe. Nun hiermit auch schriftlich festgehalten das es abgegolten wurde.
Es war wie immer schön mit Ihr über das Reisen mit Fahrrad zu reden, das uns so viel bedeutet wie das Gleitschirmfliegen. Wer weiß vielleicht eines Tages kommt Sie mit mir mit auf eine größere Tour.
Schließlich muss ich weiter die Richtung wieder Nord, denn das erste „grobe“ Zwischenziel soll der Plattensee in Ungarn sein.
Also geht es von Ried im Traunkreis zunächst wieder Richtung Nord-Ost entlang der Krems. Ich kam etwas bis Ansfelden, von Straßen und Industrie umgeben schlage ich mein Zelt im Motorikpark Ansfelden auf.
Dort habe ich mich verschwitzt dazu entschieden in die Krems zu springen um den ganzen Schweiß los zu werden, nicht gerade appetitlich denn die Krems ist die diesem Bereich nicht gerade die sauberste und vermutlich wird man beim Baden darin wohl nichtmal sauber sondern eher noch mehr Schmutz also ohnehin. Allerdings das „schmierige“, „pickende“ Gefühl war danach weg, somit trotz allem Ziel erreicht!
Dann die Nachricht meins Bruders, Wasserfilter und Powerbank sind angekommen. Nun ich hatte vor ein Solarpanel mit 45 Watt mitzunehmen aber das Ding hatte 1,7 kg und wollte es daher besser durch eine zweite Powerbank ersetzen. Da ich aber auf die Lieferung nicht warten konnte und schon aufgebrochen war, bekam ich von meinem Bruder, seiner Freundin und meiner Mam, noch am selben Tag als ich abgereist bin noch Besuch. Vielen Dank dafür, so war es zum Glück noch nicht so weit zu fahren als später, denn von nun an würde ich mich immer weiter von zuhause entfernen.
Tag 2, 
30°C, 81 km, 542 hm
Am nächsten Tag hieß es erstmal wieder ein bisschen System reinzubringen, denn alles drehte sich irgendwie um „wo hatte ich das hingetan?“, „Wie war das nochmal verpackt“, „Wo verd…. ist das hin“.
Schließlich ging es der Krems entlang weiter welche dann in die Traun und kurz darauf in die Donau mündet. Dort folge ich dem Donauredweg, aka R1, ehe ich ihn bei Wallsee verlasse und etwas ins hügelige Mostviertel hineinfahre. In Zeillern lebt Kartin mit Ihrem Sohn Arno die mir beide sehr viel bedeuten. Daher wollte ich mich zum einen noch verabschieden und zum andern macht Katrin auch bei „https://www.warmshowers.org/ mit. Eine geniale Plattform wo sich gleichgesinnte Radfahrer gegenseitig ein Dach über dem Kopf anbieten. Und ja so eine Dusche ist schon eine feine Erfindung. Ich hatte Glück denn am Nachmittag zog ein Gewitter durch, das Timing hätte also nicht besser sein können ein Dach übern Kopf zu haben. Die Nacht war kurz und so ging es nach einem schönen Abschied mit Katrin und Ihrer Familie wieder weiter. Danke das ich bei Euch sein durfte.
Tag 3,
30°C, 66 km, 242 hm
Ich kam gut voran und hielt mich bei Ardagger Markt wieder auf den Donau-Radweg. Diesen folge ich weiter und es gab auch ein paar mal einen „Uferwechsel“. Schließlich kam mir in den Sinn das ich der Donau ja gar nicht so weit folgen müsste, vor allem wenn ich Wien als Großstadt ohnehin umgehen will. Kurz nach der Donaubrücke bei Emmersdorf im Ort Schönbühel an der Donau beschloss ich daher kurzerhand direkt Richtung SO abzubiegen, plötzlich waren da auch mal wieder ein paar Bergetappen zu fahren die ich entlang des Donauradweges so gar nichtmehr gewohnt war. Das Gute ist allerdings, jedem Bergauf folgt meist auch das Bergab, und so gleicht sich das Ganze wieder ganz gut aus. Allerdings waren die Anstiege irgendwie vom Wind abgeschottet und so hieß es erstmal ordentlich schwitzen. Schon krass wie viel Wasser man da lässt und wie schnell sich Salzkrusten an T-Shirt & Co ausbilden, der Kalorienverbrauch der letzten Tage war enorm, obwohl ich versucht hatte mich mit den Kilometern etwas zurück zu halten ist es am Ende doch immer mehr gewesen. Das liegt aber auch daran, das man irgendwann anfängt einen Lagerplatz auszukundschaften, dieser sich aber meist etwas verspätet finden lässt. Ich fand kurz nach Prinzersdorf bei Salach einen Traumspot, doch der hatte einen Schönheitsfehler, denn es lief dauern eine Dieselmotor betriebene Pumpstation die sehr laut war. Der Bauer dem diese gehörte kam schließlich vorbei und er erzählte, das er das Wasser für sein Erdbeerfeld benötigt. Er hatte mir aber gesagt das die Pumpe nachts um etwa 22:45 abschalten würde und ich hier bleiben könnte. Also blieb ich, denn der Fluss selbst an dem ich hier mein Lager aufgeschlagen hatte, die Pielach lud mich natürlich zum Baden ein. Und die Nacht war dann richtig gut, nur das rauschen des Flusses und die singenden Vögel. Früh morgen um 5:30 Uhr startete die Pumpe jedoch wieder durch und so war auch ich ziemlich motiviert das kleine Idyll schnellstens zu verlassen.
Tag 4,
30°C, 80 km, 715 hm
Zum Frühstück gabs um dieses wegen der lauten Pumpstation kurz zu halten nur einen Vitaminshake mit einer Extraportion Vitamin C. Dann wurde aufgesattelt das mittlerweile schon ganz gut funktioniert, die keinen Optimierungen zeigen bereits Wirkung. Heute soll es durch St.Pölten, der Hauptstadt von Niederösterreich gehen, etwas mulmig war mir bei dem Gedanken schon, doch wie sich herausstellte hatte mir mein Navi eine gute Route durch die Stadt gesucht. Bei der Einfahrt kam ich zum Kaiserpark in dem auch Tiere gehalten werden, da sehe ich mal wieder wie wunderbar vielfältig das Leben ist, wie viele Lebewesen auf unsrer Erde wandeln und wie dankbar wir für diese Vielfalt sein müssen, schützenswert! Nachdem ich durch St.Pölten war nähere ich mich den ersten Hügeln die es zu bewältigen gibt heute sollen es schließlich 700 hm werden durch das viele auf und ab zwischen „Kasten bei Böheimkirchen“ und „Baden“. Vor Baden geht es durch das herrliche Helenental, dort lädt mich die Schwechat zum Baden ein. Eigentlich dachte ich mal wieder ich könnte kurz vor Baden einen guten Campingspot finden daher hatte ich mir die Badehose auch gar nicht mehr an bzw. auch sonst nichtsmehr angezogen. So bin ich leicht bekleidet wie Tarzan auf einem vollbepackten Yak mitten durch Baden geritten, ich meine geradelt. Nun den einen oder anderen verschmitzten Blick habe ich mir so verdient. Zumindest hat mich keine/r Aufgehalten es zu tun und es hat sogar spaß gemacht den Wind so zu spüren, ratzfaz war ich so auch wieder trocken. Etwas außerhalb von Baden folge ich dem Thermenradweg der entlang des Wiender Neustädter Kanals verläuft. Dort finden sich in Mitten riesiger Felder ab und an keine Baumgruppen. In einer davon habe ich mich nun mit dem Zelt versteckt. Ab und an kommen Radfahrer vorbei, aber die wenigsten sehen oder registrieren mich, ein gutes schattiges und vor allem sehr ruhiges Plätzchen, das mich motiviert zu schreiben.
Bislang hatte ich mit dem Wetter Glück und daher auch immer nur das Innenzelt aufgebaut, das soll sich nun etwas ändern, daher gabs heute erstmals auch das Außenzelt.
Am Abend als ich in Kontakt mit meinen Eltern war meine mein Vater, „Hey Du bist ja fast bei Tante Hedi und Margit die könntest du doch besuchen!
Es war eine wunderschöne Begegnung kann ich spoilern, doch dazu beim nächsten mal mehr.
Euer Carl Peter

















