Tag 5-9
Tag 5,
26°C, 15 km, 82 hm
An Tag 5 erreiche ich Tante Hedi und Margit. Und auch wenn ich kaum Kontakt mit ihnen hatte so haben sie mich aufgenommen wie ihren eigenen Sohn. Danke, dass ich bei euch bleiben durfte, wieder Kräfte sammeln konnte und danke für eure Herzlichkeit, es hat mich sehr bewegt und beim Abschied muss ich gestehen, sind mir fast die Tränen gekommen. Alles alles Liebe.
Tag 6,
26°C, 80 km, 715 hm
An Tag 6 geht weiter Richtung Süden entlang des Thermenradweges. Die Landschaft wird zunächst sehr hügelig und dann wieder flach. Eine schöne Abwechslung wie ich finde. Am Abend war mit starken gewittern zu rechnen weshalb ich mein lager unter einer Brücke aufgeschlagen hatte kurz nach Mönichkirchen. Und auch wenn ich dort etwas geschützt war, so hatte ich nicht erwartet, dass mein Zelt so dermassen stark von Windböen erfasst wird. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn ich nicht diese Brücke gehabt hätte.
Tag 7,
24°C, 81 km, 542 hm
Tag sieben begann etwas regnerisch doch nach 1 Stunde hörte der Regen dann auf und ich versuchte mein Glück bei stark bewölktem Himmel weiterzufahren. Es war die richtige Entscheidung denn auch wenn es zwischendurch ein zwei mal tröpfelte, so wurde das Wetter immer besser und ich erreiche meinen finalen Lagerplatz vor der Grenze nach Ungarn an der Lafnitz. Dort springe ich in das vom Wetter Tags zuvor komplett braune Wasser um Schweiß und Salz von mir abzuwaschen. Eine Radlerin die am Weg vorbei kam erzählte mir das es da einen kleinen inoffiziellen Grenzübergang für Fahrradfahrer gab, den werde ich mir dann am nächsten Tag auch mal anschauen.
Tag 8,
24°C, 95 km, 797 hm
Tag 8 ging gut los ein unauffälliger Grenzübergang nach Ungarn und gleich mal beim Richtigen Bankomaten (OTG Bank) angekommen. Doch leider hatte ich den Bankomaten falsch Bedient und durfte so 10% Bearbeitungsgebühren extra Zahlen, man muss bei den Bankomaten sehr aufpassen, welchen Automaten man nimmt und dass man dort die richtige Auswahl antrifft. „Learning by doing“ also, beim zweiten mal hat es dann besser geklappt. Auf beschaulichen kleinen Landstraßen durch dichte Wälder ging es durch den örsegi Nationalpark. Es ging zwar auch leicht bergauf und begab doch im Grossen und ganzen Weiss Relativ Flach, erst später am Abend wurde es noch mal richtig Steil und der Radweg wurde verlassen scheinbar hatte mein Navi den Plan mir eine kleine MTB-route zu zeigen und ich hatte einen heftigen Anstieg mit einer richtig krassen Talfahrt über Schotter beziehungsweise Lehmboden. Zum Glück war es zu diesem Zeitpunkt nicht nass, denn sonst wäre ich definitiv das eine oder andere mal gestürzt. Zum Tagende wurde es etwas hektisch. Ich musste noch ein lager finden, zudem wollte ich mich eigentlich noch waschen, doch das funktionierte leider nicht mehr, denn die eingetragenen Flüsse auf der karte waren meist eher stehende Gewässer ausgetrocknet oder nicht einmal zugänglich. Nach einem kleinen Dörfchen (Bezered), fand ich schließlich ein kleines Waldstück in die eine Forststrasse reinführte und direkt dort in dieser Forststrasse baute ich mein Zelter hinein. Dort von den Blicken der Straße geschützt machte ich eine Katzenwäsche aß noch etwas und legte mich dann zu Bett. Doch wieder raten sollte ich nicht alleine sein. Denn um circa 22 Uhr NACHTS im Stockfinsteren kam plötzlich ein schwerer Geländewagen den wegen lang gefahren. Der blieb etwa zwanzig dreißig meter vor meinem zelt stehen, dann wurden erst einmal sämtliche Waffen durchgeladen. Auf meine frage ob ich denn nun hier bleiben könnte oder verschwinden sollte meinten sie nur nein, sie wären nur hier um auf die pirsch zu gehen, hier oben im Wald. Nun mit solchen Jägern in der Gegend brauche ich mich zumindest nicht vor Wölfen oder Bären fürchten.
Tag 9,
24°C, 81 km, 542 hm
Tag neun begann mit einem schlimmen erwachen denn ich hatte auf der rechten Schulter im hinteren Bereich den ich kaum erreiche einen festgebissenen Zecken und dieser ließ sich leider nicht so einfach lösen. Denn beim ersten versuch brach natürlich der Kopf ab. Ergo spielte ich mich mit der Pinzette und versuchte auch noch den Rest herauszubekommen, dass dann mehr oder weniger gut gelang. Heute war regen angesagt doch ich war erstaunt, dass die sonne durch die bäume hereinschien, also wollte ich mich sputen, um möglichst viel Kilometer zu machen, bevor der regen dann kam. Am weg hatte mein Naiv wieder mal den Plan mir eine MTB-Route zu zeigen. Das war eine art Feldweg, der sehr lehmig war, doch es hatte bereits leicht getröpfelt und so war der Boden nass, mein Vorderrad rutschte weg und ich hinterher, so kam es zum ersten Sturz, aber nichts passiert alles heile. Ich wusste, dass der Balaton sehr dicht besiedelt ist und eigentlich wollte ich die südliche Route fahren. Doch kurzerhand entschied ich mich für die nördliche Route. Im Hinterkopf hatte ich, dass ich heute unbedingt eine Unterkunft oder einen Campingplatz aufsuchen wollte. Das ganze geschah natürlich wieder sehr spontan, ich hatte dann schließlich über booking.com über den Account meines Bruders ein kleines Hotel gefunden, das ich dann auch wahrnahm. Kostenpunkt etwa 44 euro. Es war etwas Seltsam da niemand im Hotel Untergebracht war ich schien allein zu sein und es kam nur eine Frau vorbei die weder Deutsch noch Englisch sprach, die mir den Zimmerschlüssel gab. Ich hatte zwar einen Platz für mein Fahrrad, den Rest musste ich mir aber selbst suchen, ich war in dem Riesen Haus komplett allein das war irgendwie cool, aber irgendwie auch seltsam. Ich fand sogar eine Waschmaschine, in der ich meine Wäsche waschen konnte. Das Trocknen war nur das Thema. Tja da musste die Klimaanlage herhalten 30° volle Kanne, damit die Wäsche schnellstmöglich trocknet, denn morgen wird es wieder sonnig und ich möchte unbedingt wieder weiter fahren. Und ein ToDo hab ich noch, im See muss ich natürlich schon einmal geschwommen sein, mal sehen was der morgige Tag bringt.
Seid mir gegrüßt
Carl Peter


































Hallo Carl! Komm gut an deine geplanten Ziele und vor allem „irgendwann“ wieder gut und gesund nach Hause!
Gute Reise, Norbert….
Vielen Dank Norbert, schöne Grüße in die Heimat. 😊