Europa 2026 Tag 10-16

Tag 10, 04.06.26, 🌤️, 94 km, 500 hm

Heute sollte es entlang des Balaton weitergehen. Ich muss zugeben, der Aufenthalt in der Unterkunft hat gut getan. Ich hatte richtig gut geschlafen, und die Sachen durchzuwaschen war sehr wichtig. Ich folge also weiter meiner Route die per Choros-App geplant wurde und fahre mehr oder weniger entlang des Europaradweges Nummer 14 Richtung Budapest. Ich hatte mir zwar vorgenommen im Balaton schwimmen zu gehen doch als ich direkt am Ufer stand und die Gelegenheit hatte, hat es mich irgendwie nicht gereizt hinein zu hüpfen, vieleicht beim nächsten mal, alles kann nichts muss. ☯️ 

Balatonkenese am NO Zipfel des Sees war eine beeindruckend moderne Stadt mit eine wirklich schönen Promenade.

Was mich wundert war, das ich kaum Kitesurfer oder Windsurfer gesehen hatte, vielleicht sind die eher auf der Südseite des Sees unterwegs?

Gegen Abend wurde es mal wieder etwas stressig mit der Lagerfindung, so wurden es an diesem Tag 94 km. Doch der Platz war gut in einer Art aufgelassenen Schottergrube. 

Tag 11, 05.06.26, 🌤️🌧️, 79 km, 780 hm

Die Nacht war super, das Zelt gleich am Morgen komplett trocken, das ist der Vorteil wenn man sein Zelt auf einer schottrigen Oberfläche aufbaut und nicht auf auf einer feuchten Wiese. Noch nie gesehen habe ich so unfassbar viele kleine Schneckenhäuschen am Zelt bzw. an dessen Unterlagsplane, die fühlen sich hier sichtlich wohl und treten zuhauf auf. 

Nun das Frühstück konnte ich zubereiten, doch der Kocher hat etwas Probleme gemacht. Es gab heute mal Kaffee zur Stärkung, instant Pulver natürlich😅. Es gilt zunächst durch eine größere Stadt Namens Stuhlweißenburg, etwas stressig da auch der morgendliche Stoßverkehr noch nicht abgeklungen war und der Fahrradweg teilweise Zickzack hindurch führte. Doch dann geht es über schöne Radwege über Land gut voran. Durch Weingärten und Mandelbaumalleen. Die Wasserhydranten in den Dörfern wo sich jeder vorbeikommende frei bedienen darf lerne ich immer mehr zu schätzen, so etwas brauchen wir in Österreich auch! Auf der Strecke gibt es auch immer wieder mal Ladestationen für E-Bikes. 

 

 

 

Schließlich galt es wieder eine Entscheidung zu treffen. Entweder der grob geplanten Route folgend um am nächsten Tag mitten durch Budapest durchzufahren, das wäre aber eine 110 km Strecke um die Stadt halbwegs hinter sich zu bringen, oder nach Norden zur Slowakischen Grenze weiter. 

Ich entschied mich für zweiteres. Allerdings war die Routenführung der Coros App wieder etwas fragwürdig und ich fuhr am ende einen kleinen Pfad entlang der zwei Dörfer zu verbibden schien. Doch genau hier fand ich einen traumhaften Lagerplatz, gerade rechtzeitig ehe es zu Regnen begann. 

Tag 12, 06.06.26, 🌤️, 73 km, 404 hm

Gleich am Morgen erstmal Sorgen. Mein Allzweckkocher funktioniert nicht richtig, wie sich herausstellt ist die Brennstoffdüse schon wieder verstopft und nicht nur das, auch auf der Pumpe gibt es seltsame Ablagerungen. Das liegt offenbar am Brennstoff selbst, denn diesen hatte ich zuhause aus einem Kunststofftank entnommen der schon Jahre herum stand. So alt das er nun Probleme macht, tja an der falschen Stelle gespart. Doch es kommt noch schlimmer….

Mein Frühstück konnte ich aber schließlich kochen.

Mit 1,5 h Verzögerung das mich das Kocher-Dilemma gekostet hatte breche ich schließlich auf. Zugegeben ich habe es zweimal in Folge geschafft die Brennerdüse die ich demontieren musste im hohen Gras zu verlegen um sie anschließend zu suchen und zum Glück wiederzufinden. 😂

Zunächst weiter dem Pfad zum nächsten Dorf folgend geht es dann über eine sehr stark befahrene Straße (mit Nr 10 gekennzeichnet)  weiter, das war der wohl schlimmste Abschnitt durch Ungarn, viel Verkehr, Dreck, Lärm und kaum Platz am Straßenrand weshalb manche echt knap an einem vorbei donnern.

Dann kam ich an einer OMV Tankstelle vorbei und da schoss es mir wieder in den Sinn.

„Mein Kocher Delämmer“

Ich muss irgendwie den alten „abgefackten“, sorry für die Ausdrucksweise Treibstoff los werden.

Also versuche ich mit Händen, Füßen und dem Google Übersetzer der Dame und dem Herren an der Kasse klar zu machen was ich wollte. Schließlich war die Lösung ziemlich simpel, ich soll den Sprit einfach in den Gulli der Waschanlage kippen, denn diese hat für solche Fälle das Öl und Schmiestoffe beim Waschen vom Auto in die Umwelt gelangt spezielle Abscheidungs und Filter die solche Stoffe zurückhalten.

Problem gelöst doch die Pumpe zu reinigen war nicht einfach, also fragte ich ob ich eine Nitroverdünnung haben könnte damit ich diese säubern konnte.

Das klappte dann wunderbar was nicht so toll war, ich hatte das Nitro auch in die Brennstoff Flasche gefüllt um diese „sicherheitshalber“ auch sauber zu bekommen. Blöde Idee, denn die Flasche hat an der Innenseite eine Kunststoff Beschichtung die vom Nitro angegriffen wurde, ergo löste sich ein Teil einfach ab. Egal ich werde mich darum kümmern sobald ich irgendwo Ersatz auftreiben kann. Vorerst wird die Flasche so herhalten müssen, also frisch einen Schluck OMV Premium Super 100plus getankt, bezahlt und mich für die Hilfe bedankt, sie haben mir weder für Entsorgung noch fürs Nitri etwas betechnet. 🙏🏽

Weiter ging es, jetzt doch etwas entspannter mit dem Wissen das sich das Problem einer Lösung nähert.

Allerdings wurde mir bewusst, das mein alter Brenner den ich damals auf Reisen dabei hatte, vermutlich nicht solche Probleme gehabt hätte, dem werde ich mal nachgehen. Außerdem sollte ich vielleicht auf Gas umstellen, in Europa wäre die Versorgung mit Flaschen nicht so das Thema. Tja wenn man Pläne zu kurzfristig ändert kommt man immer wieder auf Dinge zurück die man auch hätte in Betracht ziehen können.

Wo hin mit den HUF?

Ich hatte noch etwa 70 € in Ungarischen Forint und erreiche die letzte Stadt vor der Grenze Esztergom. Entweder ich verbrauche alles hier oder ich würde weiter nördlich nochmal von der Slowakei kurz nach Ungarn wechseln um dann meine HUF zu verbrauchen. Ich entschied mich für erste Variante und hatte Zeug für bestimmt 6 Tage eingekauft. So beladen gehts dann zur Grenzbrücke über die Donau und ich erreiche die Slowakei. Sofort ist mir aufgefallen das es neben den Straßen sauberer war, keine Ahnung ob das an den Leuten liegt oder an Strafen die vielleicht fällig sind wenn man Zeug in die Umwelt kippt, aber ich fand es sehr positiv. Leider scheint es nun mit den Wasserhydranten vorbei zu sein. Weiter nördlich erreiche ich die Eipel (slowakisch Ipeľ, ungarisch Ipoly) an der ich per Google maps einen vielversprechenden Lagerplatz ausfindig gemacht hatte. Tatsächlich war es ein Traumhaftes Plätzchen ich hatte zwar zwei Fischer als Nachbarn an der anderen Uferseite, die wie sich herausstellt am nächsten Tag am Morgen abreisen würden. Ich beschloss  aufgrund dessen das ich so viel Proviant dabei hatte am nächsten Tag einen komplett Fahrradfreien Tag einzulegen, mich bzw. meinem Körper etwas Ruhe zu gönnen.

Tag 13, 07.06.26, ☀️, 0 km, 0 hm

Ein echter Regenerationstag, immerhin hatte ich den letzten bei Tante Hedi und  Margit, das lag schon 8 Tage zurück. Ich habe etwas die Natur beobachtet, Wäsche gewaschen,  erstellte ein Video von meinem Badevergnügen und kümmerte mich um einen Eintrag in Polarsteps, das gleichzeitig die Basis für meine Homepage darstellen wird. 

Am Morgen des 13 Tages, ein Sonntag übrigens, kamen bestimmt 20-30 Kajaks Flussabwörts entlang gefahren. War irgendwie cool dem Spektakel zuzusehen und die unterschiedlichen Stile zu beobachten.

Zudem kamen unter Tags zwei Bikepakcer vorbeigefahren, die aber nichteinmal anhielten und dem Feldweg folgten der an meinem Plaqtz vorbei führte. Den habe ich mir auf der Karte mal angesehen man kommt darauf auch wieder auf die Straße die ich weiter fahren werde, somit brauche ich nichtmehr den selben Zufahrtsweg zurück fahren den ich gekommen war.

 

Zeckenbilanz 10 Stück, zudem konnte ich endlich den abgerissenen Kopf an der rechten hinteren Schulter restlos entfernen, etwas blutig der Eingriff aber erfolgreich. 

Achja und der Wasserfilter kam zum Einsatz, so konnte ich das Wasser aus der Eipel verwenden. 🙏🏽

Tag 14, 08.06.26, 🌤️, 92 km, 624 hm

Endlich wieder weiter kommen, es ist seltsam, aber irgendwie habe ich das Bedürfnis voranzukommen, obwohl ich eigentlich kein Zeitlimit für die Tour habe. Vielleicht ist das noch eine Art innerer falscher Ehrgeiz denn im Grunde mache ich die Reise für mich und muss niemandem etwas beweisen, tja irrationale Menschliche Denkensmuster, schon seltsam.

Ich folge zunächst dem Feldweg wieder zurück auf die Strasse, hier hielt sich der Verkehr noch in Grenzen und es war angenehm zu fahren, doch sobald ich die Straße namens Route 66 erreiche ist Schluss mit der Beschaulichkeit. Viele LKWs und generell viel Verkehr sorgt wieder für etwas Unruhe in mir.

Die Landschaft wird langsam wieder etwas Hügeliger aber mit viel Bergauf/ab habe ich noch nicht zu kämpfen. Ich komme dann in einen Abschnitt wo mehrere Dörfer Schlag auf Schlag folgen und stehe kur vor der größeren Stadt Banská Bystrica.

Also hieß es dringend einen Campingplatz zu finden da ich schon knapp 90 km gefahren war.

Schließlich fand ich einen idyllischen Ort unter großen Bäumen mit ebenen Wiesenflächen und eine Hütte. Einen Radfahrer der dort an einer Bank saß frage ich ob man hier campen dürfe und er meine jaja kein Problem, zumindest hatte ich das so verstanden.

Also baute ich mein Zelt auf und kurz darauf kam der eigentliche Besitzer der zunächst meine, nein hier könne ich nicht bleiben, 2 km weiter Flussabwärts (der Platz Befand sich neben dem Fluss Horn) gäbe es einen Campingplatz.

Nun wiederwillig fing ich an mein Zelt aufzubauen, dann kam er erneut vielleicht weil er gesehen hatte oje der ist ja mit dem Fahrrad unterwegs, na dann wollen wir mal nicht so sein.

Er organisierte dann jemanden der auf englisch übersetzte und so einigten wir uns darauf das ich früh morgens am nächsten Tag weiter ziehe, was ich ohnehin getan hätte.

Er bewirtschaftete diese Hütte und verkauft dort Bier, Kaffee & Co., betreibt aber eigentlich einen Kajak und Rafting Geschäft, später kamen auch 4 Rafting Bote den Fluss herunter, diese sind etwa 19 km Flussaufwärts in Slovenská Ľupča gestartet.

Am Abend kam zusätzlich noch eine Radler-Gruppe von 2 Frauen und einem älteren Herren auf E-Bike, die den Besitzer auch fragten ob sie hier bleiben dürften, auch sie bekamen die Zusage. Leider hatte ich mich nicht so wirklich mit Ihnen ausgetauscht, doch ich erfuhr, sie waren aus Polen und sind von dort bereits 13 Tage unterwegs gewesen mit Ziel Budapest, also hatte sie Ihr Reiseziel bald schon erreicht.

Tag 15, 09.06.26, 🌤️🌧️, 74 km, 1130 hm

Ich hatte relativ gut geschlafen trotz der Bahn die hier aller heiligen zeit vorbei donnert. Zum Frühstück noch schnell ein warmes Müsli gemacht und dann ging es nach einem Kurzen Tschüss zu den Polnischen Radlern weiter. Achja am Vortag gab es noch einen Versuch, ich hatte mein Zelt samt Taschen am Campingplatz zurück gelassen und bin in die Stadt rein zum Declathlon (Sportkette) wo ich sicher war eine neue Brennstoffflasche zuz bekommen, leider Fehlanzeige, sie führen nur Gaskocher, keine Benzin oder Dieselkocher.

 

Ich folge weiter dem Fluss Horn und diesem folgt auch weiterhin die Route 66, ergo krasser Verkehr und Gestank, doch Durch die Stadt Banská Bystrica ging entlang des Fluss ein schöner Radweg, den viele Einheimische nutzen hier ihren Morgensport zu machen, Laufen, Radfahren,… .

Das Navi geleitet mich aus der Stadt und plötzlich finde ich mich in einer Sackgasse die ich zum Glück leicht überwinden konnte, hier wurde der ursprüngliche Weg der vorhanden war durch massive Bauarbeiten blockiert, anscheinend entsteht hier eine neue Zubringerstraße zur Stadt. Von den Polnischen Radfahrern hatte ich erfahren das sie diese Straße hassen, eben wegen des vielen Verkehrs wegen, doch mein Navi hat die Straße oft gekonnt ausgelassen und die kleineren Straßen durch die Dörfer gewährt weshalb ich den Abschnitt recht entspannt fand.

 

Die Hügel werden immer höher und dann ist es so weit ich erblicke die niedere Tatra.

Je mehr ich mich nähere umso mehr Hotels und Restaurant gab es, hier lebt man auch vom Wintersport und dementsprechend ist der Tourismus hier ausgebaut. Für Nachmittag waren Gewittrige Schauer angesagt die irgendwie nicht kamen. Ich hatte schon den 1200 m Pass erreicht und war nun am überlegen was soll ich nur tun, mein Zelt hier oben am Pass irgendwo aufbauen und eventuell am nächsten Tag eine Bergtour auf die niedere Tatra machen? Nun ich entschied erstmal im Restaurant an der Passhöhe zu essen und mir das nochmal zu überlegen. Der Wetterbericht sagte nichts gutes für die nächsten Tage an und die Wolken wurden auch immer dunkler. Also beschloss ich ins Tal abzufahren, dort hatte ich einen Rastplatz ausfindig gemacht der auch einen überdachten Campingtisch & Co anbot. Das war die beste Entscheidung, den kaum war ich mit dem Aufbau des Lagers fertig begann es zu regnen und hörte so gut wie nichtmehr auf. Allerdings bei solcher Witterung würde auch mein Wäsche die ich gewaschen hatte nicht mehr trocknen.

Der Wetterbericht hatte leider recht, denn….

Tag 16, 10.06.26, 🌧️, 0 km, 0 hm

Ich saß im Regen, zunächst dachte ich, „Hmm, egal andere Radfahrer müssen auch weiter, wenn sie ihren Zeitplan einhalten müssen!“, doch den habe ich ja nicht. Also entschied ich mich für einen weiteren Ruhetag um mich dabei dann auch um meine Homepage zu kümmern. Das sind nun genau diese Zeilen die ich hier schreibe. Es hat ziemlich stark abgekühlt, so um 10°C, doch ich bin Dankbar hier diesen Tisch zu haben der ein Dach hat unter dem ich schreiben kann, im Zelt am Boden kauernd ist nicht so wirklich angenehm und auf Dauer auch bestimmt nicht gesund.

Zudem musste ich feststellen das ich im Bereich meiner Sitzknochem am Po eine etwas seltsame Haut bekommen habe, die auf die Dauerbelastung zurückzuführen ist. Noch ist glücklicherweise nichts direkt offen, doch ein weiterer Ruhetag wird bestimmt gut tun. Ich überlege mir in einer Apotheke eine Teebaumölmischung zu holen, welche eine desinfizierende Wirkung haben soll, für den Fall das sich hier tatsächlich eine offene Wunde ergibt.

Ich hoffe das Wetter wird morgen wieder besser, zumindest sollte der Regen Abklingen. Dann bin ich gespannt ob ich meine Hohe Tatra morgen erreiche, wenn das Wetter passt würde ich gerne eine Bergtour unternehmen.

Ganz liebe Grüße

Carl Peter

Bilder Ungarn vor Slowakei

Bilder Slowakei

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